Groupshow

Arches & Portals

Project Info

  • Location: Lore Deutz
  • Curator: Jan Gerngross
  • Artist: Groupshow
  • Text: Jan Gerngross
  • Photographer: Mareike Tocha

Share on

Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals, installation view
Arches & Portals Mit Arbeiten/Galaxies von Alrun Aßmus, Nurit David, Jan Gerngross, Yudith Levin, Roy Mordechay, Ronit Porat, Manfred Vierschilling. Kuratiert von Jan Gerngross "... we have to find ways and means to get together and live together. Separating boundaries must fall. Walls must give way to arches and portals, and correlation between people made easier."
Friedrich Kiesler, 1960 Beim Besuchen von Kunstorten begegnet einem hin und wieder, vielleicht alle paar Jahre einmal, etwas, das den Blick auf das Bisherige öffnet und die eigene Perspektive erweitert. Nicht immer ist es eine spektakuläre Ausstellung, wie 2025 die Ausstellung zu Medardo Rosso im Kunstmuseum Basel. Oft ist es auch nur ein kleines Display in einem Museum, das einem im Kopf bleibt, bis sich die Gelegenheit ergibt, näher nachzuforschen. Für mich war ein solcher Moment die kleine Ausstellung zu Friedrich Kiesler im Mumok in Wien. Es war etwas, das ich nicht einordnen konnte, das mich aber sofort fesselte, da das Endless House gestalterische Parallelen zu meinen Plastiken aufwies. Im Museumsshop kaufte ich das Buch Function Follows Vision, Vision Follows Reality mit Texten von Kiesler, das seither wie eine Art Notiz oder potenzielles Projekt in meinem Bücherregal stand. Im Rahmen der Kooperation von Lore Deutz / dem Kunstwerk Köln mit israelischen Künstler*innen seit Oktober 2024 suchte ich Jahre später nach einem Thema im Zusammenhang mit dem Begriff der Kulisse. Viele Künstler*innen aus Tel Aviv, die mich interessierten, arbeiteten weitgehend mit Elementen von Kulisse, Modell und der Inszenierung von Kunstobjekten. Bei der Recherche erfuhr ich, dass das einzige Gebäude, das Kiesler verwirklichen konnte, in Jerusalem steht. Da lag es nahe, zu Kiesler zurückzukehren, der mir als Architekt und Ausstellungsdesigner im Kopf geblieben war. Ich erfuhr, dass er quasi eines der ersten, wenn nicht sogar das erste Buch über Theorie und Praxis der Schaufenstergestaltung geschrieben hat und dass er nicht nur Ausstellungsdesigns entwarf sondern auch selbst Künstler war. Am eindrucksvollsten zeigt sich dies in seiner Idee der Galaxies, einer frühen Form der Installationskunst, auch wenn sie sich durch feine Unterschiede von dieser abhebt. So wurde mir klar, dass nicht nur seine Skulpturen und Modelle etwas mit meinen Arbeiten zu tun hatten, sondern dass er auch mit erfunden hat, wie man Arbeiten in Beziehung zueinander setzt, sodass in den Zwischenräumen mindestens genauso viel passiert wie in den Arbeiten selbst. Die Beziehung der Kunstwerke untereinander ist dabei ebenso wichtig wie das, was in den Bildern zu sehen ist, und ebenso wichtig wie die Art und Weise, wie Betrachter*innen mit den Kunstwerken interagieren. Genau so wurde ich in meinem Kunststudium ausgebildet, und begriff es immer als seltsame Eigenart meiner Fachklasse. Wir setzten damals Ausstellungen in Galerien in New York und Berlin um und hängten die Werke dabei innerhalb von 2 Tagen in viel ausdiskutierten Beziehungen zueinander, ohne vorher einen genauen Plan zu haben. Das Ergebnis waren aus heutiger Sicht oft eine einzige, raumgreifende, wenn auch minimalistische Galaxy nach Kiesler. Es ging Kiesler darum, Grenzen aufzulösen und Beziehungen zwischen allem zu öffnen und zu schaffen. Er verstand Kunst als etwas, das mindestens genauso offen ist wie der klare Himmel über uns bei Nacht. Kiesler war ein Künstler für Künstler*innen. Er wollte die Kunst selbst weiterbringen; es ging ihm nicht darum, Kunst durch populäre Maßnahmen an die Massen zu bringen. Gleichzeitig war er aber dringlich daran interessiert, Kunst, Leben und Umwelt miteinander zu verschmelzen. Vielleicht war er dem Alltag der Menschen dadurch näher, als man von einem artist's artist vermuten würde. In Zeiten, in denen die sogenannte Diskurskunst in großer Gefahr ist und Autoren wie Wolfgang Ullrich sie bereits für tot erklären, ist ein Künstler wie Friedrich Kiesler wichtiger denn je. Nicht die populäre Kunst wird die Welt zum Guten verändern und öffnen, sondern die Kunst, die sich mit ernsthaftem Interesse der wirklichen Welt widmet und gerade deshalb mit maximaler Feinheit und Exaktheit an Kunstwerken arbeitet, die, in welcher Form auch immer, in die Welt hineinwirken. Die Ausstellung Arches & Portals setzt sich explizit mit den Galaxies von Friedrich Kiesler auseinander. Er entwarf unendliche Theaterbühnen und Häuser, war einer der Ersten, die Schaufenster von Geschäften bewusst gestalteten, war Maler und Bildhauer und entwickelte nebenbei mit den Galaxies eine frühe Form der Installationskunst, bevor es diese überhaupt gab. Dennoch wurde er nie zum großen Star und erlangte nicht die Bekanntheit, die ihm aufgrund seines Einflusses vielleicht zugestanden hätte. Die Ausstellung versteht sich als Teil eines Prozesses, Friedrich Kiesler seinen gerechtfertigten Platz in der jüngsten Kunstgeschichte zu geben. So müsste man beispielsweise bei Christoph Schlingensiefs Bühnenbildern, Installationen und seinem Operndorfprojekt immer auch Kiesler als Vorbild und Referenz nennen, so offensichtlich sind die Zusammenhänge. In der Ausstellung von Lore Deutz wird Kieslers Idee der Galaxies und des Correalismus untersucht und angewandt. Kunstwerke verschmelzen mit der Architektur der ehemaligen Gummifädenfabrik und bilden Konstellationen, in denen der Zwischenraum die gleiche Wichtigkeit hat wie die Bildwerke. Was wären die Sterne ohne den dunklen Himmel? Jan Gerngross English Arches & Portals Featuring works/Galaxies by Alrun Aßmus, Nurit David, Jan Gerngross, Yudith Levin, Roy Mordechay, Ronit Porat, Manfred Vierschilling. Curated by Jan Gerngross "... we have to find ways and means to get together and live together. Separating boundaries must fall. Walls must give way to arches and portals, and correlation between people made easier."
Friedrich Kiesler, 1960 When visiting art venues, every now and the, perhaps once every few years, you come across something that opens your eyes to what you’ve seen so far and broadens your own perspective. It isn’t always a spectacular exhibition, like the Medardo Rosso exhibition at the Kunstmuseum Basel (2025). Often, it’s just a small display in a museum that sticks in your mind until the opportunity arises to explore it further. For me, one such moment was the small exhibition on Friedrich Kiesler at the Mumok in Vienna. It was something I couldn’t quite place, but which immediately captivated me because the Endless House showed design parallels to my own sculptures. In the museum shop, I bought the book Function Follows Vision, Vision Follows Reality, featuring texts by Kiesler, which has since sat on my bookshelf like a note or a potential project. As part of the collaboration between Lore Deutz / Kunstwerk Köln and Israeli artists, which began in October 2024, I found myself, years later, searching for a theme related to the concept of stage design. Many artists from Tel Aviv who interested me worked extensively with elements of scenery, models, and the staging of art objects. Incidentally, one of the few buildings ever realized by the architect Friedrich Kiesler is located in Jerusalem. So it made sense to return to Kiesler, who had stuck in my mind as an architect and exhibition designer. I learned that he had, so to speak, invented the theory and practice of window display design, and that he not only designed exhibitions but was also an artist in his own right. This is most strikingly evident in his concept of the “Galaxies,” an early form of installation art, even if it differs from it in subtle ways. It thus became clear to me that not only did his sculptures and models relate to my own work, but that he had also helped pioneer the way works are arranged in relation to one another, so that at least as much happens in the spaces between them as in the works themselves. The relationship between the artworks is just as important as what can be seen in the images, and just as important as the way viewers interact with the artworks. This is exactly how I was trained during my art studies, and I always saw it as a peculiar quirk of my class. Back then, we staged exhibitions in galleries in New York and Berlin, hanging the works within two days in relationships that had been thoroughly discussed, without having a precise plan beforehand. From today’s perspective, the result was often a single, expansive, albeit minimalist, galaxy in the spirit of Kiesler. Kiesler was concerned with dissolving boundaries and opening up and creating connections between everything. He understood art as something at least as open as the clear night sky above us. Kiesler was an artist for artists. He wanted to advance art itself; he was not interested in bringing art to the masses through popular means. At the same time, however, he was deeply interested in fusing art, life, and the environment. Perhaps this brought him closer to people’s everyday lives than one might expect from an “artist’s artist.” In times when so-called “discursive art” is in grave danger and figures like Wolfgang Ullrich have already declared it dead, an artist like Friedrich Kiesler is more important than ever. It is not popular art that will change and open up the world for the better, but rather art that devotes itself with serious interest to the real world and, precisely for that reason, works with the utmost subtlety and precision on artworks that, in whatever form, have an impact on the world. The exhibition Arches & Portals explicitly engages with Friedrich Kiesler’s Galaxies. He designed infinite theatre stages and buildings, was one of the first to consciously design storefront windows, was a painter and sculptor, and, in addition, developed an early form of installation art with his Galaxies long before the term even existed. Nevertheless, he never became a major star and did not achieve the fame that his influence might have warranted. The exhibition sees itself as part of a process to give Friedrich Kiesler his rightful place in recent art history. For example, when considering Christoph Schlingensief’s stage designs, installations, and his Operndorf project, one would always have to cite Kiesler as a role model and reference, so obvious are the connections. In Lore Deutz’s exhibition, Kiesler’s concept of Galaxies and Correalism is explored and applied. Works of art merge with the architecture of the former rubber thread factory, forming constellations in which the space between them is just as important as the artworks themselves. What would the stars be without the dark sky? Jan Gerngross
Jan Gerngross

More KUBAPARIS